Eine geteilte Grafik mit der Aufschrift „ERP-MODERNISIERUNG – Warum der Wandel jetzt zur Pflicht wird“. Die linke Seite zeigt das unordentliche Kabelgewirr physischer Server (On-Premise), während die rechte Seite in einen cleanen Serverraum mit einer digitalen Cloud und nach oben gerichteten, wachsenden blauen Pfeilen übergeht.

ERP-Modernisierung: Warum der Wandel jetzt zur Pflicht wird

Auf einen Blick

3–4 Minuten

Nach diesem Artikel wissen Sie, auf welcher Datengrundlage der ERP-Wandel basiert, welche organisatorischen und sicherheitsrelevanten Hürden Unternehmen überwinden müssen und wie Cloud-Plattformen in Kombination mit KI den Weg für zukünftigen Erfolg ebnen.

  • Hintergrund der Strada-Censuswide-Studie (1.212 Befragte in vier Ländern, Kernprioritäten und ERP-Präferenzen nach Unternehmensgröße).
  • Zentrale Barrieren und Risiken durch auslaufende On-Premise-Systeme (SAP ECC, Dynamics GP), Budgetgrenzen und Sicherheitsbedrohungen.
  • Die Rolle von Künstlicher Intelligenz und moderner Cloud-Architekturen als skalierbare Basis für unternehmerische Effizienz und den Umgang mit der internen Wahrnehmungs-Kluft.

Hintergrund: Die Strada- & Censuswide-Studie 2025

Effizienz steigern, digitale Transformation vorantreiben und den Wert neuer Technologien realisieren – diese drei Ziele stehen weltweit an der Spitze der geschäftlichen Prioritäten. Laut eines aktuellen Berichts von Strada in Zusammenarbeit mit Censuswide priorisieren jeweils 36 % der Unternehmen Effizienz und digitale Transformation, dicht gefolgt von 35 %, die den Fokus auf technologiebasierte Wertschöpfung legen.

Der Bericht basiert auf einer unabhängigen Umfrage unter 1.212 Teilnehmenden in Deutschland, Großbritannien, den USA und Frankreich und liefert wertvolle Erkenntnisse über den Status quo, die Herausforderungen und die Entwicklungsrichtungen moderner ERP-Landschaften.

Eine Weltkarte im Hintergrund mit vier kreisrund eingefassten Datenpunkten, die die Verteilung der Studienteilnehmer nach Ländern zeigen:

USA: 501 Befragte (mit der US-Flagge)

Großbritannien: 250 Befragte (mit dem Union Jack)

Frankreich: 206 Befragte (mit der Trikolore)

Deutschland: 251 Befragte (mit der deutschen Flagge)

Warum On-Premise-ERP-Systeme an ihre Grenzen stoßen

Die ERP-Landschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel – doch längst nicht alle Unternehmen halten Schritt. Ein signifikanter Anteil setzt nach wie vor auf lokale On-Premise-Lösungen, deren Lebenszyklen sich dem Ende zuneigen. Insbesondere SAP ECC (Support-Ende 2027) und Microsoft Dynamics GP (Support-Ende 2029) sind von dieser Entwicklung unmittelbar betroffen.

Der notwendige Wechsel auf moderne, cloudbasierte Plattformen wie SAP S/4HANA, Microsoft Dynamics 365 oder Workday ist oft noch nicht vollzogen. Dabei bieten diese Cloud-Systeme weitreichende Vorteile:

  • Bessere Systemintegration und durchgängige Datenströme
  • Leistungsstarke, datengetriebene Analysen (Business Intelligence)
  • Höhere Automatisierungsgrade geschäftskritischer Geschäftsprozesse

Diskrepanz zwischen Management und Belegschaft

Bei der Bewertung geschäftlicher Prioritäten zeigt sich weltweit ein erstaunlich einheitliches Bild: Effizienz und Produktivität (36 %), digitale Transformation (36 %) sowie technologische Wertrealisierung (35 %) stehen ganz oben auf der Agenda. Insbesondere in Deutschland und Frankreich bleibt die digitale Transformation ein zentrales Thema, was darauf hinweist, dass viele Unternehmen sich noch am Anfang ihrer technologischen Erneuerung befinden. 

Eine Grafik mit der Überschrift „Geschäftliche Prioritäten“ auf hellgrauem Hintergrund. Rechts ist eine grüne Zielscheibe mit einem treffenden Pfeil abgebildet. Links sind drei nummerierte Prioritäten aufgelistet: 1. Effizienz und Produktivität (mit einer kleinen Krone auf der Ziffer), 2. Digitale Transformation und 3. Technologische Wertrealisierung.

Trotz dieser Zielsetzungen zeigen sich strukturelle Schwächen in den Entscheidungsprozessen: Nur 23 % der Führungskräfte auf mittlerer oder oberer Ebene geben an, aktiv in ERP-Entscheidungen eingebunden zu sein oder diese maßgeblich zu beeinflussen. Die Mehrheit der Mitarbeitenden bleibt von diesen Prozessen ausgeschlossen. Das Risiko: Fehlende Perspektiven aus der operativen Ebene verzerren die Systemauswahl und mindern die Akzeptanz neuer Lösungen. 

Während das strategische Ziel klar ist, fehlt es häufig an der konsequenten Umsetzung – getrieben durch Unsicherheit, mangelnde Transparenz und interne Widerstände. Die Folge: Eine Investitionszurückhaltung, die langfristig nicht nur zu Effizienzverlusten, sondern auch zu Wettbewerbsnachteilen führen kann.

ERP-Nutzung im internationalen Vergleich und nach Unternehmensgröße

Die Wahl der ERP-Plattform variiert stark je nach Unternehmensgröße:

  1. Kleine Unternehmen (1.000–4.999 Mitarbeitende): Bevorzugen überwiegend Microsoft Dynamics (24 %).
  2. Mittelgroße Unternehmen (5.000–9.999 Mitarbeitende): Setzen stärker auf SAP On-Premise (24 %).
  3. Großunternehmen (10.000+ Mitarbeitende): Favorisieren zunehmend Workday (24 %).

Rund 40 % der befragten Unternehmen nutzen weiterhin lokale ERP-Systeme. Eingeschränkte Skalierbarkeit, mangelnde Integrationsfähigkeit und steigende Sicherheitsrisiken beeinträchtigen dadurch die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit massiv.

Eine Grafik auf dunklem Hintergrund mit der Kernbotschaft: „Der Unternehmen nutzen immer noch lokale ERP-Systeme“. Links ist ein Kreisdiagramm zu sehen, das bei einem Wert von 40% blau markiert ist (mit dem Text „40%“ in der Mitte), und rechts ein blaues Icon eines Hauses mit darin befindlichen Servern (On-Premise).

Haupt-Herausforderungen bei der ERP-Umstellung

Die Modernisierung von Enterprise-Resource-Planning-Systemen ist ein strategisches Muss – und dennoch zögern viele Unternehmen den Schritt in die Cloud hinaus. Ausschlaggebend dafür sind tief verwurzelte Barrieren:

  1. Budgetbeschränkungen & Integrationskomplexität: Jeweils 42 % nennen dies als Haupthemmnis.
  2. Veränderungsresistenz: Rund 33 % verzeichnen Widerstände auf unteren Managementebenen (geprägt von Unsicherheit und Verantwortungsscheu).
  3. Verantwortungsscheu: Während 92 % der Führungskräfte überzeugt sind, dass ihre Systeme einwandfrei funktionieren, stimmen dem nur 63 % der Nachwuchskräfte zu. Zudem sind operative Mitarbeitende selten in ERP-Entscheidungen eingebunden.

Sicherheitsrisiken und veraltete Infrastrukturen

Die Bedrohungslage im Bereich der Cybersicherheit entwickelt sich rasant. Obwohl 84 % der Organisationen ihre Sicherheitslage als stark einschätzen, offenbart ein Blick auf die Top-Risiken ein anderes Bild:

  • Datenschutzverletzungen: 64 % sehen hierin die größte Bedrohung (Spitzenreiter Frankreich mit 72 %).
  • Ransomware-Angriffe: 47 % identifizieren diese als zentrales Risiko.
  • Compliance- und Regulierungsrisiken: 43 % sehen hier akuten Handlungsbedarf.
Eine Balkengrafik auf dunkelblauem Hintergrund mit der Überschrift „Weltweit größte Sicherheitsbedenken“. Sie zeigt drei absteigend sortierte Kategorien:

Datenschutzverletzungen: 64% (höchster, hellblauer Balken)

Ransomware-Angriffe: 47% (mittlerer, blauer Balken)

Compliance- und Regulierungsrisiken: 43% (küzester, violetter Balken)

Künstliche Intelligenz (KI) als Innovationsmotor

Künstliche Intelligenz (insbesondere Generative KI) wird von 54 % der Unternehmen als wichtigste Innovation eingestuft und dient als Hebel für Effizienz (64 %), Innovation (49 %) und Kostensenkung (42 %).

Während Top-Führungskräfte (53 %) aktiv an KI-Strategien arbeiten, erkennen oft nur wenige Nachwuchskräfte (28 %) den Einsatz im Alltag; viele sorgen sich sogar um ihre Rolle (nur 27 % Begeisterung vs. 91 % im Management). Veraltete ERP-Systeme blockieren den KI-Einsatz durch fragmentierte Daten. Cloudbasierte ERP-Plattformen schaffen hier das notwendige, sichere Fundament, um KI bereichsübergreifend (Finanzen, HR, Vertrieb, Projektmanagement) zu verankern.

Fazit: Den Wandel entschlossen gestalten

Die Modernisierung von ERP-Systemen ist ein strategischer, fortlaufender Wandel. Wer den Wechsel auf moderne Cloud-Plattformen aufschiebt, riskiert operative Ineffizienz, Sicherheitsrisiken und den Anschluss an den Wettbewerb.


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